Angeln mit Tubes
Tubes zählen zu den besonders vielseitigen Gummiködern, denn sie lassen sich hervorragend am Jigkopf, Shaky Head, Cheburashka-, Texas-, Carolina- oder Drop Shot-Rig einsetzen. Selbst bei langsamer Köderführung und in den Pausen bewegen sich ihre feinen Fransen ständig und erzeugen kontinuierlich feine Schwingungen, die Raubfische anlocken. Doch Tubes können auch ganz anders verwendet werden: Wenn sie am Tube-Jig befestigt und mit kräftigen Zupfern bewegt werden, sausen sie unvorhersehbar durchs Wasser – insbesondere in der warmen Jahreszeit sind Barsche davon regelrecht begeistert!
Angeln mit Tubes - Montage und Führung
Tubes haben ihren Ursprung im nordamerikanischen Schwarzbarschangeln. Dort gehören sie seit Jahrzehnten zu den fängigsten Gummiködern überhaupt. In Europa wurden sie lange unterschätzt, doch mittlerweile setzen immer mehr Raubfischfans auf Tubes – vor allem, wenn es ums gezielte Barsch- und Zanderangeln geht. Richtig montiert und geführt sind Tubes extrem vielseitig und bringen in schwierigen Situationen oft noch Bisse, wenn klassische Gummifische von den Räubern ignoriert werden.
Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du erfolgreich mit Tubes angeln kannst. Du erfährst, welche Haken und Jigs du brauchst, welche Montagen besonders erfolgversprechend sind und welche Zielfische du mit Tubes gezielt fangen kannst. So erhältst du einen umfassenden Einblick in die Montage und Köderführung von Tubes und bist am Wasser bestens vorbereitet, um sofort loszulegen und erfolgreich zu angeln.
Was sind Tubes beim Raubfischangeln?
Tubes sind hohle Gummiköder in Röhrenform mit eingeschnittenem Fransen-Schwanz. Der Körper ist vorn geschlossen und bildet den „Kopf“ der Tube, hinten ist der Gummi längs eingeschnitten, sodass viele feine Tentakel entstehen. Im Wasser spielen diese Fransen schon bei minimaler Bewegung verführerisch und erzeugen feine Druckwellen.
Technisch gesehen ist eine Tube ein spezieller Gummiköder, der über einen inneren Hohlraum verfügt. In diesen Hohlraum wird ein Jigkopf oder ein spezieller Tube-Jig geschoben, alternativ wird die Tube auf einen Widegap-Haken gezogen und mit einem separaten Gewicht (z. B. Bullet Weight) kombiniert. Durch den hohlen Aufbau verlagert sich das Gewicht tief in den Köder, was für einen besonderen Lauf sorgt: Tubes taumeln beim Absinken, kippen leicht zur Seite und „gliden“ seitlich weg – ein Reiz, den vor allem misstrauische Barsche und Zander kaum kennen und deshalb häufig annehmen.
Welche Materialien brauchst du für Tubes?
- Tubes in passenden Größen und Farben
- Runde Jigköpfe oder besser spezielle Tube-Jigs
- Offset-Haken oder Widegap-Haken für krautfreies Angeln
- Vorfachmaterial (Fluorocarbon, Titan oder Stahl, je nach Zielfisch)
- Optional: Bullet Weights, Cheburashka Jig, Glasperlen, Snaps und Wirbel
Angeln mit Tubes - Passende Produkte
Wie montierst du Tubes richtig?
Das Angeln mit Tubes, sowie die Montage und Führung ist unkompliziert, wenn du ein paar Grundregeln beachtest. Am einfachsten startest du mit einem klassischen Tube-Jig, der perfekt in den Hohlraum passt.
Schritt 1: Wähle die passende Tube-Größe
Für Barsch sind Längen von 5 bis 8 cm ideal, für Zander und Hecht eher 8 bis 12 cm. Achte darauf, dass der Jigkopf zur Tube passt, damit der Köder nicht zu steif oder der Lauf zu kopflastig wird.
Schritt 2: Jigkopf montieren
Führe den Jigkopf durch die Öffnung der Tube am Fransenende in den Hohlraum. Schiebe den Jigkopf bis in den vorderen, geschlossenen Teil. Erst wenn der Kopf stabil und fest im Gummi sitzt, stichst du die Hakenöse vorne durchs Gummi und die Hakenspitze aus der Tube heraus. So bleibt die Silhouette natürlich und der Haken sitzt optimal.
Schritt 3: Ausrichtung kontrollieren
Die Tube muss gerade auf dem Haken sitzen. Ist sie gekrümmt oder verdreht, läuft sie unnatürlich und verdrallt die Schnur. Montiere den Köder so, dass die Fransen frei spielen können und sich möglichst nicht an der Hakenspitze verfangen können.
Schritt 4: Alternative Montage mit Widegap-Haken
Beim Texas- oder Carolina-Rig wird die Tube auf einen Widegap-Haken gezogen. Zuerst das Bullet Weight und optional eine Glasperle auf die Hauptschnur fädeln, dann den Widegap-Haken anknoten. Die Hakenspitze vorn in die Tube einstechen, wieder herausführen, den Gummiköder nach vorne auf den Bogen schieben und die Hakenspitze weiter hinten im Körper hautnah einstechen. So fischst du nahezu hängerfrei über Kraut, Steine und Holz.
Praktischer Tipp:
Ein Tropfen Sekundenkleber am Jigkopf, bzw. am Widegap-Haken kann den Sitz des Köders zusätzlich sichern.
Aufbauvarianten - Welche Rigs eignen sich für Tubes?
- Jigkopf Tube
Klassisch gejiggt, schnell montiert, ideal zum Absuchen von Kanten und Plateaus, sowie im Mittelwasser -
Texas Rig Tube
Tube am Widegap-Haken, Bullet Weight davor, ideal für Kraut und Hindernisse - Carolina Rig Tube
Gewicht vorgeschaltet, Tube am langen Vorfach, für träge Fische im Mittelwasser und am Grund - Drop Shot Rig Tube
Schwerelose Präsentation mit langer Gleitphase und tollem Köderspiel der Fransen - Tube am Cheburashka Rig
maximale Beweglichkeit, perfekte Beweglichkeit des Köders mit variablen Gewichten - Tube als Trailer
als Zusatzköder am Spinnerbait oder Chatterbait für mehr Volumen und Reiz
Welche Vorteile haben Tubes?
- Ungewöhnliches Profil:
Tubes sehen anders aus als klassische Gummifische, was vor allem misstrauische Fische neugierig macht. - Vielseitige Montage:
Vom Jigkopf über Drop Shot, Texas- und Carolina-Rig bis hin zur Cheburashka-Montage ist alles möglich. - Barsch angeln mit Tubes:
Gerade große Barsche stehen auf die besondere Silhouette und das feine Spiel. - Zander angeln mit Tubes am Grund:
Tubes lassen sich sehr langsam führen, ideal für träge Zander. - Gute Hakeigenschaften:
Durch den hohlen Körper und passend gewählte Haken sitzt der Anhieb oft sehr sicher. - Krautfrei möglich:
Mit Offset- oder Widegap-Haken fischst du deine Tube nahezu hängerfrei. - Anpassbar:
Du kannst Gewicht, Hakenform und Führung schnell an Tiefe, Strömung und Fischlaune anpassen. - Feiner Druck, starke Reize:
Tubes erzeugen weniger Wasserwiderstand als breite Schaufelschwanz-Gummis, aber viele feine Impulse – genau das kann an schwierigen Tagen den Unterschied machen.
Wie führst du Tubes am effektivsten?
In der Führung ähneln Tubes vielen bekannten Gummiködern, haben aber durch ihre Form und die langen Fransen ihren ganz eigenen Lauf. Du kannst sie klassisch jiggen, faulenzen, durchs Mittelwasser zupfen oder langsam einleiern, aber auch über den Grund schleifen und mit kurzen Zupfern animieren.
Im direkten Vergleich zu normalen Gummifischen sind Tubes oft am stärksten, wenn du sie eher subtil führst: kurzes Anheben, längere Absinkphasen, gelegentliches Liegenlassen auf dem Grund. Während ein Schaufelschwanz-Gummifisch stark über die Schwanzaktion arbeitet, punkten Tubes mit ihren feinen Fransen und dem seitlichen Weggleiten. Genau diese Kombination macht das Angeln mit Tubes gerade an stark befischten Gewässern so spannend und erfolgreich.
Welche Haken eignen sich für Tubes?
Die Hakenauswahl ist entscheidend dafür, wie deine Tube läuft und wie sicher du die Fische hakst. Grundsätzlich kannst du zwischen Jigköpfen und Offset-/Widegap-Haken wählen.
Für offene Gewässer ohne viel Kraut oder Holz sind klassische Jigköpfe ideal. Die Hakengröße richtet sich nach der Tubelänge: Bei 5–8 cm Tubes für Barsch funktionieren Größen wie 1 bis 2/0 gut, bei größeren Tubes für Zander eher Hakengrößen 2/0 bis 4/0.
Für hindernisreiche Bereiche greifst du zu Offset- oder Widegap-Haken. Sie haben einen großen Bogen und bieten viel Platz für den voluminösen Tube-Körper. Die Hakenspitze liegt knapp im Gummi an (weedless), sodass du durch Kraut, Äste und Steine fischen kannst, ohne ständig Hänger zu riskieren.
Welche Zielfische fängst du mit Tubes?
Tubes sind klassische Raubfischköder und decken ein breites Spektrum ab:
- Barsch: Der Hauptzielfisch für Tubes in vielen Gewässern. Besonders große Barsche reagieren stark auf das feine Fransenspiel und den „krebsartigen“ Lauf am Grund.
- Zander: Langsame Grundführung, kurze Anhebungen, längere Pausen – so lassen sich Zander mit Tubes sehr gezielt fangen, vor allem in Kanälen und an Steinpackungen.
- Hecht: Größere Tubes (10–15 cm) an stabilen Jigs oder Cheburashka-Köpfen sind eine spannende Alternative zu klassischen Swimbaits.
- Forelle: Kleinere Tubes, leicht bebleit oder sogar unbeschwert, fangen Forellen in Bächen und Forellenseen, wenn vorsichtige Fische auf dezente Köder stehen.
Tubes eignen sich damit für das komplette Raubfischangeln – vom feinen Barschangeln im Stillgewässer bis zum schweren Jiggen auf tief stehende Zander.
Worauf solltest du bei der Köderwahl achten?
Bei der Wahl der richtigen Tube geht es vor allem um Größe, Farbe und Gummimischung. Für das Barsch angeln mit Tubes haben sich kleinere Modelle in 5–8 cm bewährt, bei Zander und Hecht dürfen es ruhig 8–12 cm sein, gerne auch noch größer. In klarem Wasser funktionieren natürliche Dekore wie Baitfish-, Grün- oder Brauntöne sehr gut, in trübem Wasser und bei wenig Licht sind auffällige Farben wie Chartreuse, Weiß, Motoroil oder UV-Akzente oft im Vorteil.
Achte darauf, dass Körper und Fransen zueinander passen: Zu kurze Fransen reduzieren das Spiel, zu lange Fransen können sich um den Haken wickeln. Eine mittelweiche Gummimischung ist ein guter Kompromiss aus Aktion und Haltbarkeit. Gesalzene oder aromatisierte Tubes können Bisse verlängern, weil Raubfische den Köder länger im Maul behalten – ein Pluspunkt, wenn du mit etwas Verzögerung anschlägst.